Mein Weg in der Sozialdemokratie

Angefangen habe ich bei den Jusos Ende der 70er Jahre und Anfang der 80er.
Damals haben wir die Juso-Schülerzeitung „Rotstift“ für Uetersen, Moorrege und Tornesch gemacht und verteilt.


Seit 1980 bin ich Mitglied der SPD.
Damals war Willy Brandt SPD-Vorsitzender, Helmut Schmidt Bundeskanzler, und in Schleswig-Holstein war Günther Jansen SPD-Landesvorsitzender.
Juso-Bundesvorsitzender war damals erst Gerhard Schröder und dann Willi Piecyk.
Und es war die Zeit der Friedensbewegung.

Nach meinem freiwilligen sozialen Friedensdienst mit EIRENE beim Fellowship of Reconciliation in den USA 1984/85, begann ich mein Studium der Evangelischen Theologie an der Universität Hamburg .
Zugleich nahm ich mir Zeit, mich politisch zu engagieren:
Als Juso-Ortsvorsitzender in Uetersen, als Juso-Kreisvorsitzender im Kreis Pinneberg, auf Juso-Landeskonferenzen und Juso-Bundeskongressen, den Juso-Bundeskommissionen zur Europa- und Friedenspolitik,
auf SPD-Kreisparteitagen, auf Landesparteitagen in Schleswig-Holstein, im Landesparteiausschuss, in der Juso-Hochschulgruppe, dem Studierendenparlament und dem AStA der Universität Hamburg, im Fachbereichsrat Theologie, im Konzil und im Akademischen Senat der Universität Hamburg,
als Ratsherr in der Ratsversammlung der Stadt Uetersen und als bürgerschaftliches Mitglied im Schul- und im Umweltausschuss des Pinneberger Kreistages und der SPD-Kreistagsfraktion, im Landesvorstand der SGK Schleswig-Holstein und als Jusovertreter in der Arbeitsgruppe Kommunalverfassungsreform der SPD-Landtagsfraktion.
Auf dem Bundesparteitag der SPD im November 1992 habe ich mit vielen Anderen für den Erhalt des Asylrechtes, für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung, für radikale Abrüstung und ein direktdemokratisches Europa geworben. Mehrfach stand ich auf dem Rednerpodest und einige der von mir gestellten Änderungsanträge wurden sogar angenommen, leider bei weitem nicht alle.

Zugleich war ich aktiv im Stadtjugendring Uetersen, im deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes und beim Aufbau des Projektes Alternativen zur Gewalt (PAG).
Ich war 1991 in Rostock Mitgründer und mit Andi Gross, Bruno Kaufmann und Jürgen Schulz einer der Sprecher von eurotopia, der Bügerinitiative für ein direktdemokratisches Europa.

Als ich 1993 mit der Vorbereitung auf das 1. Theologische Examen begann, gab ich Ämter, Mandate und mein parteipolitisches Engagement weitgehend auf.
Nach dem Examen 1995 ging ich 1996 für einige Monate nach Brasilien, um dort in den Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Tocantins die Basisgemeinden und die befreiungstheologische Bibelarbeit von CEBI kennen zu lernen.

1997 begab ich mich in den praktischen Teil meiner Ausbildung zum Pfarrer/Pastor, mit dem Vikariat in der Evangelischen Kirchengemeinde in Montabaur und dem Theologischen Seminar in Herborn.
1998/99 schloss sich ein Spezialvikariat im AfÖ, dem Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Kirche an.
Im Mai 1999 wurde ich von Bischöfin Maria Jepsen im Hamburger Michel zum Pastor ordiniert und war von 1999 bis 2001 Gefängnisseelsorger in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis (zwischen Messegelände und Planten un Blomen).
2001 wechselte ich für 5 Jahre in die „Arbeitsstelle Gewalt überwinden “ der Nordelbischen Kirche, um von Ammersbek-Hoisbüttel aus in der Nordelbischen Kirche Menschen, Gemeinden und Institutionen zum Engagement für die „Dekade zur Überwindung der Gewalt – Kirchen für Frieden und Versöhnung“ zu ermutigen und zu begeistern. Diese Arbeit habe ich bei der 9. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 2006 in Porto Alegre vorgestellt.


Von 2007 bis 2018 war ich Sognepræst der dänischen Folkekirke als Pastor für den deutschen Teil der Gemeinden in Tondern/Tønder und Uberg/Ubjerg/Udbjerg.
Zugleich war ich 8 Jahre lang Vertreter Nordschleswigs im Vorstand des Zentrums Mission und Ökumene – nordkirche weltweit.
Seit meiner Zeit in Tondern bin ich auch Mitglied der dänischen Sozialdemokratie und habe neben der deutschen auch die dänische Staatsbürgerschaft.

Seit November 2019 bin ich Pastor am Koppelsberg im Landesjugendpfarramt der Nordkirche in Plön.

In all diesen Jahren war und ist mein parteipolitisches Engagement eher zurückhaltend. Wo immer möglich, habe ich gerne an Ortsvereinsversammlungen teilgenommen, ab und zu auch mal als Gast an einem Kreis- oder Landesparteitag.

Die zentralen Themen für mein politisches Engagement sind:
– weltweite Gerechtigkeit und gerechter Welthandel,
– Stopp der Klimakatastrophe und Umwelt- und Naturschutz,
– Gewaltfreie Konfliktlösung, Versöhnung, Frieden und Abrüstung,
– die Einführung direktdemokratischer Elemente (Volksbegehren, Volksentscheid) auf Bundes- und Europaebene,
– Empowerment / Ermutigung von jungen Menschen, sich für ihre Anliegen und ihre Zukunft gesellschaftlich und politisch zu engagieren,
– eine nachhaltige Entwicklung mit Wirtschaftsinstitutionen, die den Menschen und dem Leben dienen und von staatlichen und überstaatlichen demokratischen Institutionen so reguliert werden, dass sie dieser ihrer Aufgabe auch gerecht werden,
– dazu die Bildung einer demokratischen Europäischen Föderation (den Vereinigten Staaten von Europa) und einer demokratischen Weltförderation, an deren Willensbildung alle Menschen unseres Planeten gleichberechtigt und demokratisch mitwirken.

So weit in sehr groben Zügen mein Weg und meine Erfahrungen bis hier und heute und meine sich daraus ergebenden grundlegenden politischen Einstellungen und Überzeugungen.

Achim Strehlke, Plön den 15.10.2019



Wer bin ich?

Was bin ich?

Mensch.
Mann.
Christ.
Pazifist.
Demokrat.
Sozialdemokrat.
Veganer.
Theologe.
Pastor.

Geboren 1964.

Mein Glaube ist mir wichtig.
Aus ihm fließt auch mein Leben, mein Engagement in Familie, Kirche, Gemeinde, Kommune, Politik und Gesellschaft.

Ich glaube diesem Jesus von Nazareth seine Botschaft der Liebe.
Und ich glaube ihm seinen liebenden Gott, den Schöpfer des Universums, der Pflanzen, Tiere und Menschen.

Ich glaube, dass Jesus gestorben ist, um uns Menschen aus der Verstrickung von Gewalt und Hass zu befreien, und uns bereit zu machen zur Versöhnung, zur Liebe und zur Gemeinschaft mit Gott und den Menschen.

Durch Jesu Auferweckung macht Gott uns deutlich:
Das Leben ist stärker als der Tod.
Die Liebe ist stärker als der Hass.

Diesem Jesus will ich nachfolgen,
mich von ihm befreien lassen
und mit ihm in der Gemeinschaft mit Gott
und allen Menschen eine liebevolle, gewaltfreie Welt aufbauen.

Dazu brauche ich die Gemeinschaft derer, die mit mir auf dem Wege sind, die Gemeinde, die Kirche.
Ich brauche die regelmäßige Erinnerung, Unterstützung und Feier, den Gottesdienst.

Über meinen Glauben, über Jesus, Gott, die Gemeinde, Bibel und Kirche blogge ich an anderer Stelle.
Hier konzentriere ich mich auf politische Themen.

Moin!

Ich bin davon überzeugt, dass wir mehr, nicht weniger soziale Demokratie brauchen: In Deutschland, Europa und der ganzen Welt.

Und deshalb brauchen wir Menschen, die sich für ihre Mitmenschen und unsere Welt engagieren.

Auch politisch.

Und gerne auch in Parteien. Besonders des linken Spektrums.

Und eben auch in der SPD.

Ich selber bin seit 1980 in der SPD. Intensiv parteipolitisch engagiert in der SPD habe ich mich vor allem in der Zeit von 1985 bis 1994.

Beruf und Familie gehen heute für mich vor. Damit bin ich noch lange kein unpolitischer Mensch geworden. Vielmehr sind meine politischen Überzeugungen im Alltag von Beruf und Familie gereift und gewachsen. Und gerade weil ich will, dass es meiner Familie und allen Menschen auf der Erde gut geht, macht es Sinn, dass ich mich weiter politisch engagiere, mir Gedanken über Politik mache, sie äußere und sie zur Diskussion stelle. Meine Erfahrungen, Überzeugungen und Gedanken in den politischen Diskurs und die politische Willensbildung in Partei und Gesellschaft einbringe.

Ich halte die Sozialdemokratie als Bewegung und Denkrichtung und die SPD als Partei für unverzichtbar.

Sie hat die Perspektiven der kleinen Leute und der Mittelschicht, lokale und globale Zusammenhänge im Blick.

Sie weiß, dass wir Menschen soziale Wesen sind, die Gemeinschaft brauchen und suchen.

Sie weiß, dass es mir nur gutgehen kann, wenn es auch meinem Nachbarn und meiner Nachbarin gut geht und meinen fernen Nachbarinnen und Nachbarn auf anderen Kontinenten ebenso. Dass wir alle von gegenseitiger Verantwortung füreinander und von Solidarität leben.

Sie weiß, dass Gerechtigkeit die Grundlage jeder gedeihenden Gesellschaft ist. Und dass wir soziale Gerechtigkeit auch als Grundlage für unsere globale Weltgesellschaft brauchen, eine soziale, gerechte, faire und solidarische Weltordnung.

Sie weiß, dass „Frieden nicht alles ist, aber ohne Frieden alles nichts“. Sie strebt nach Frieden durch soziale Gerechtigkeit und Solidarität im Miteinander der Menschen in ihrer Nachbarschaft, in unserem Land, in Europa und weltweit.

Sie weiß, dass wir Menschen und unsere Zivilisationen Teil des großen Ganzen des Lebens auf unserer Erde sind, der Natur, unserer Mitwelt. Wenn Pflanzen, Tiere, Ökosysteme und Klima nicht gedeihen, sondern bedroht und zerstört werden, dann wird auch menschliches Leben bedroht und zerstört. Sie sieht das Leben und die Natur in ihrem eigenen Wert und Recht und in ihrem Bezug auf uns Menschen und unser Leben. Ohne eine gesunde Natur und Umwelt können auch wir Menschen nicht leben. Deshalb sind der Kampf gegen die Klimakatastrophe und für Umwelt- und Naturschutz Kernpunkte sozialdemokratischen Denkens und Handelns.

Sie weiß sich allen Menschen in der Vielfalt ihrer Erfahrungen und Überzeugungen verbunden. Sie kämpft daher für Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenrechte. Bei uns und weltweit. Sie ist bereit zum Diskurs mit allen Menschen, über alle Filterblasen hinweg.

Deshalb halte ich die Sozialdemokratie als Denkrichtung und Bewegung für unverzichtbar. Heute und Morgen. Die Bedeutung sozialdemokratischer Parteien misst sich daran, wie sie in ihrer Politik und ihrem Alltag ihrem Auftrag und ihrer Aufgabe gerecht werden.

Zum großen sozialdemokratischen Diskurs, zu den Fragen der Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft und unserer Welt möchte ich gerne in diesem Blog Sozialdemokratie.de mit meinen bescheidenen Gedanken beitragen.

Achim Strehlke

Plön, den 13. Oktober 2019